20.09. - 22. 09. 2002 / Rothaus

 

Rothaus!

 

Dieser Name alleine ist schon synonym genug!

 

Pawlowschen Hunden gleich beginnen sich Körperfunktionen zu regen, Leberwerte steigen, Magen und Mund werden aktiviert. Lang trainierte Armmuskeln beginnen zu spielen, um sich auf das unvermeidliche, frische, süffige Nass stürzen zu können.

 

Doch was steckt hinter dem Begriff „Rothaus Tannenzäpfle“? Wo entsteht und vor allen Dingen, wie entsteht dieses Gebräu, welches unsere Sehnsüchte verringern hilft?

 

Wir, die Teilnehmer des Jahresausfluges, wissen es seit jenem denk-würdigen Wochenende im September des Jahres 2002.

 

Die Anderen sind zu bedauern.

 

Doch nun zur eigentlichen Exkursion.

Nach individueller Anreise, einem freundlichen Empfang im Hotel (liegt direkt neben der Brauerei) und der Unterbringung im 500 Meter entfernten Landhaus (kein Sicht- und Geruchskontakt zur Brauerei), zogen wir uns erst einmal bis zum Abendtrinken in den jeweiligen, überschaubaren Zimmerchen zwecks Ausruhen zurück.

 

(Auch unsere älteren Ehepaare kamen nicht umhin, sich wieder etwas näherzukommen, da die französichen Betten für zwei Personen etwas überfrachtet erschienen. Ich habe aber während des ganzen Wochenendes keine unglücklichen Gesichter gesehen).

 

Das Essen begann mit einem Umtrunk in der angeschlossenen Hotelgaststätte, damit man sich dann gestärkt auf das Vorspeisenbüffet stürzen konnte. Auch hier traten wieder individuelle Züge zum Vorschein. Michael Müller (MM) zum Beispiel genoss die Vanillesosse – allerdings ausschliesslich - und führte dadurch zu einem gewissen Notstand dieses Menüteiles. Dieter Scholl (DS) bewunderte seinen überschaubaren Fischgang und auch bei Thomas Kalesse (TK) wurde eine Sättigung erst durch eine Wiederholung der gesamten Speisefolge erreicht. Allerdings wie es sich für einen Badener gehört beim zweiten Mal ohne die schwäbischen Spätzle.

 

Nach dieser kurzen Unterbrechung des eigentlichen abendlichen Themas versammelten wir uns wieder zu einem kleinen weiteren Umtrunk, den einige Mitglieder (IM, DS) nur durch die selbstlose Hilfe anderer überstanden. Ingrid Müller (IM) brauchte dazu gleich zwei tatkräftige, männliche Säulen (HPK rechts, AS links) und sorgte für einen extremen Umsatz an Wasser - oder sagt man dazu besser Wässerchen.

 

Zur Erinnerung Ingrid:       Du bist jetzt beim VfVeV eingetreten!

 

Im Restbesitz deiner geistigen Kräfte hast du den Antrag auf Vollmitgliedschaft unterschrieben. Wir haben lange daran gearbeitet, aber jetzt bist du ein ebenso volles Mitglied, wie wir auch.

 

DS zur Beruhigung, wir sagen deiner Schwiegermutter nicht, wie du nach Hause gekommen bist. Vera Scholl (VS) hatte aber jede Menge zu tun, dich auf dem geraden Wege zu halten.

Filmriss.

Nächster Tag.

Für das Finanzamt, zwecks Steuerabsetzung, mussten wir auch etwas arbeiten. Es stand als erster Tagespunkt die Brauereibesichtigung an. Mitten in tiefster Nacht (um 10.00 Uhr) wurden wir von Herrn Gut (Leiter Produktion) empfangen und durch sämtliche Höhen und Tiefen seiner badischen, staatstragenden Bierherstell-, Lager- und Verkostungsanlage geführt. Herr Gut tat seine Sache sehr, sehr gut. Einen besonderen Dank verdiente er sich, da er damit seinen freien Samstag opferte. Wir wissen jetzt, Tannenzäpfle (0.3L) und Tannenzapfen (0.5L) entstammen ein und demselben Fass. (Trotzdem schmeckt mir das Tannenzäpfle besser, wenn es neben unserem Vogelbräu überhaupt noch etwas anderes gibt, das sich zu trinken lohnt.)

 

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Kultur. Dazu teilte sich die Mannschaft im Anschluss an die Besichtigung der Brauereigaststätte in drei Gruppen:

 

 1.)   „Gruppe Kultur“:
 

Besichtigung von St. Blasien. Der Dom und das Örtchen sind eine Reise wert. Viel Wert war auch der anschliessende Besuch des gegenüber-liegenden Cafes. Dort wurde der Dombesuch eingehend reflektiert, und tiefschürfend diskutiert, wessen Schutzheiliger St. Blasius sei.

 

Waren es die Urologen, oder doch die Musikanten, Wollhändler, Schneider, Schuh- und Hutmacher, Weber, Gerber, Bäcker, Müller, Maurer und Gipser, die sich mit St. Blasius schützen?

 

 2.)   „Gruppe Kulturen“:

 

Ohne weitere Umwege wurde über Hefe und deren Aufzucht in der Brauereigaststätte heftigst diskutiert

 

3.)  „Gruppe Eigenkultur“:

 

Versuch eines Dialoges mit den inhalierten Gärstoffen im individuellen, hoteleigenen Ruheraum.

  

Der Abend fand nach einem üppigen italienischen Büffet einen sportlichen Ausklang. Das mehrfach Rothauskrügestemmen in der Gaststätte wurde abgelöst durch tiefsinnige Kellergespräche im Landhaus mit zeitgleichem Tischfussballhappening.

 

Zum Schluss noch eines:

 

an unser Vogelbräu kommt keines.

 

Euer Geschäftsführer

Ralph Pfeifer